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11. Kapitel

~Yus Sicht~

Puh. Wir leben. Gott sei Dank... Und was machen wir nun? Ich meine, es kommt irgendwie ganz schön blöd, dass wir das Konzert auf diese Art und Weise unterbrechen mussten. Ich will nicht bei Viva live oder was weiß ich wo erklären müssen, was passiert ist. Wie sähe das denn aus?
"Und, was war eigentlich auf dem Konzert in Magdeburg los?"
"Ja, also das ist ganz einfach: ein Dämon hat uns angegriffen... Also eigentlich eher Shin. Weil der hat da sone Kette und ist überhaupt sehr auserwählt. Und so... Und ja... Wir haben ihn aber besiegen können. Nur leider konnten wir die armen Securitys nicht retten... Tja... So war das."
Ne, ne, Ohne mich. Das geht ja mal gar nicht. Aber unser Management regelt das schon.. Hoff ich mal...
Wenn nicht, verstecke ich mich unterm Sofa.
Shin ist übrigens im Moment echt neben der Spur... Erschreckt sich bei jedem kleineren Geräusch, und er kann es im Moment auch nicht haben, wenn jemand hinter ihm steht. Außerdem hat er Alpträume. Und allein sein mag er auch nicht mehr. Er ist zu einem großen, knuffigen Schmusebär geworden... Aber wir können ihm verzeihen.
Luminor ist ziemlich cool geblieben. Er hat keine weiteren Spätfolgen davongetragen...
Ja, lange Rede, kurzer Sinn... Wir müssen Lara kontaktieren. So geht das ja nicht weiter. Das ist schon das zweite Dingsda, dass uns angegriffen hat.... SO geht das nicht.
Zum Glück sind die anderen meiner Meinung...
Nur dummerweise darf ich sie nun auch anrufen, weil ich den doofen Vorschlag gemacht habe. Wie konnte ich nur. Na ja, sie wird mich nicht umbringen... Hoffe ich.
"Nun mach schon!", meint Kiro und starrt mich erwartungsvoll an. Wir sind ausnamsweise wieder in Berlin, zu Hause... Nirgendwo ist es besser als zu Hause.
Ähm... ja genau.. Wir sind also zu Hause und ich soll nun Lara anrufen. ICH WIIIIIIILLL NIIIIIICHT.
"Yuhuuuuuu... Mach doch mal. wir waaarteeeeen.", drängeld Kiro weiter.
"Ist ja gut."
Ich tippe die Nummer ins Handy und drücke spontan auf die grüne Taste.
Es dauert nicht lange, bis eine Stimme ertönt.
"Hallo. Wie gehts euch, lebt ihr noch? Saskia hat mir gerade erzählt, dass ihr sie vor ein paar Tagen angerufen habt und ihr ein Dämonenproblem hattet... Und... Na ja... Sie war völlig aus dem Häuschen und hat euch wohl nicht richtig beraten... Ich wollte euch auch gerade anrufen. Das nennt man dann wohl Gedankenübertragung.", werde ich aufgeklärt. Zum Glück habe ich die Freisprechanlange angeschaltet... Das wiederzugeben, wäre schlimm.
"WAS? Na toll, und ich hab auch noch auf sie gehört.", sagt Luminor empört.
"Geht es euch denn nun gut, oder nicht?", hakt Lara nach.
"Ähm... Ich würd mal so sagen: ja... Mehr oder weniger. Shin hat allerdings ein Dämonentrauma erlitten.", sage ich.
"Oke... Wo seit ihr gerade?"
"Zu Hause. In Berlin."
"UUUUUUHH.. Ich weiß wo das ist.", ruft Miyu ins Gespräch.
"Oke, dann... kommen wir da mal hin.", sagt Lara und im nächsten Moment hat sie auch schon aufgelegt.
"Tja, ihr habt es gehört... Lara kommt zu uns."
Alle sehen sich in der Wohnung um... Unsere Wohnung sieht aus, als habe eine Bombe eingeschlagen.
"Ich schlage vor, wir räumen noch etwas auf.", meint Luminor. Und im nächsten Moment springen wir alle auf und wuseln durch die Wohnung. Aber man braucht nicht denken, dass wir wirklich richtig aufräumen. Wir stopfen alles, was wir gerade finden in irgendwelche Schränke, aussortieren können wir auch später... Vielleicht schmeißen wir auch gleich alles weg, wenn wir Zeit haben.
Als wir so weit fertig sind, klingelt es auch schon.
"Sie sind da, sie sind daaaa...", kreischt Kiro und scheint sich wirklich zu freuen, während Strifys Freude sich in Grenzen hält. Shin sitzt so rum und Luminor... Der ist im Bad, oder so. Und was mach ich? Ja, ich gehe die Tür öffnen. Muss ja schließlich irgendwer machen... Immer ich!

3.10.07 01:58


12. Kapitel

~Laras Sicht~

Da wären wir also. Im Zuhause der legendären -hust- Band Cinema Bizarre. Und Yu öffnet uns. Entweder mögen die Anderen ihn nicht oder er hat die schlechtesten Argumente parat, so dass er mich anrufen und nun auch noch die Tür aufmachen musste. Heute habe ich gute Laune. Meine Trauer ist weg. Es gibt einen neuen Sinn in meinem Leben! Wer will schon heiraten, wenn er Dämonen jagen kann?
"Hey!" Ich begrüße Yu mit einer Umarmung und werde dann freudestrahlend von Kiro angesprungen. Huch, ich bin ja richtig beliebt. Der Rest folgt auch und begrüßt mich mehr oder weniger höflich. Aber ich glaube, Strify hat Angst vor mir. Er sagt nichts zu mir, begrüßt Nina und Sassi umso herzlicher. Ich mache mir mal lieber keine Gedanken darum. Ich dachte, wir stoßen hier ins größte Chaos der Welt. Dafür sieht die Bude allerdings sehr ordentlich aus. Bis auf... 
Mit einem Räuspern und einem Blick versuche ich Kiro auf die Unterhose, die mitten auf dem Wohnzimmertisch liegt, aufmerksam zu machen. Immer wieder schaue ich von ihm zum Tisch. Aber er schaut mich nur verzweifelt an.
"Heiße Boxershorts.", nehmen Nina und Miyu mir im Chor die Arbeit ab.
"Oh.", macht Yu. Eilig wuselt er zum Tisch und entfernt das deplatzierte Kleidungsstück dezent in die DVD-Schublade. 
"Und was nun?" fragt Luminor.
"Habt ihr was zu trinken?" frage ich. Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl. Anscheinend haben die Jungs wenig Besuch hier.
"Oh ehm nein. Ich glaube nicht."
"Das wäre lieb." sagt Saskia und schneidet mir eine Grimasse, die ich mit dem Hervorblitzen meiner gepiercten Zunge erwidere. Die Jungs gucken verwirrt und Nina grinst.
"Ich glaube, wir haben noch ein Bier. Nein, das habe ich gestern getrunken. Mist, warum denn nur?" fragt Kiro.
"Ich glaube, außer Steinsalz haben wir nichts im Haus. Dass wir noch nicht verhungert sind, wundert mich.", sagt Strify mit einem ziemlich fiesen Unterton.  
"Kein Wunder, dass ihr nichts auf den Rippen habt.", sage ich und ignoriere den Tonfall.
"Gehen wir doch einkaufen!" schlägt Nina vor. Da ist man zu Gast und geht einkaufen? Wenn ich hier fast wohnen würde, ja, aber... na gut. Ich lasse mich breit schlagen und wir gehen in den nächsten Supermarkt. Es ist ein Laden der Plus-Kette.
"Ich will Kekse! Schokoladenkekse. Mit Schokostücken!" kreischt Yu.
"Jaaaaaah." stimmt Luminor begeistert zu.
"Gesunde Ernährung? Diät?" frage ich verwirrt.
"Ach, unser Leben als Dämonenjäger ist doch schon wie eine Diät!" sagt Kiro und schubst jeden Artikel aus den Süßigkeitenregalen in den von dem ziemlich verloren wirkenden Shin geschobenen Einkaufswagen. Er tut mir total Leid, aber ich weiß auch nicht, was ich tun soll. 
"Shin, wenn du mit jemandem reden möchtest, ich bin für dich da." sagt Miyu plötzlich und guckt ihn treuherzig an. Ach, das ist meine Schwester. Einfach ein Goldstück. Man muss sie lieb haben. Man MUSS. Und meine Cousine. Und überhaupt alle, die ich kenne. In dem Moment bemerke ich einen Blick. Am Ende des Ganges steht...
"EEEEERIIIIIIIIIIIIIIIIIC!" Mit einem Freudenschrei bin ich ihm um den Hals gesprungen. Er grinst. Von hinten spüre ich einen hasserfüllten Blick. Doch, da ich es nicht einsehe, mich umzudrehen, ignoriere ich es und tratsche mit Eric über dies und das, während die Anderen den Einkauf erledigen.
"Lara??? Lebst du noch?" ruft eine Stimme durch den ganzen Laden. Oh nein. Ich bin nicht da lalalalala... Ganz natürlich tun. Sie meinen mich nicht. Eric berichtet grad von seinem tollen Leben als Student. Er studiert Kunst und wohnt mit Stefan in Berlin. Seiner Lieblingsstadt. In einer Hausnummer 16, wie er mir stolz erzählt. Ja die guten alten Zeiten, als wir noch zusammen Wilde Engel geguckt haben. Eric ist toll. Ihn muss man auch einfach mögen.
"Ich bin übrigens wieder Single." berichte ich ihm.
"Ach, Männer! Du findest schon noch den Richtigen. Hör auf dein Herz." sagt er grinsend. Ich muss auch grinsen. Das habe ich ihm mal bei ICQ geschrieben woraufhin er sich kaputt gelacht hat. Ich weiß bis heute nicht, warum. Und dieser Satz... kotzt mich auch an. Aber das sage ich ihm nicht. Stattdessen lächle ich tapfer, murmele einen vor allem für mich aufbauenden Satz und folge meinen Begleitern. Der Einkaufswagen ist voll mit Süßkram. In allen Variationen. Gummiartig, fest und flüssig. Und ich hatte gehofft, dass Nina oder Miyu sich vielleicht mal durchgesetzt hätten. Eric zu sehen hat mich irgendwie betrübt. Ich sollte auch studieren oder.. ein 'normales' Leben führen. Keine Dämonen jagen. Dafür bekam man noch nie Geld. Sam und Dean haben damals selten ein Dank bekommen. Und sie haben gestohlen, vor allem Kreditkarten, um alles zu bezahlen. Hotelzimmer und so weiter. Auf dem Weg zurück frage ich plötzlich:
"Hey Leute, verdient ihr eigentlich gut?"
"Wir? Gut verdienen? Schau dir die Massen an Essen an. Klar verdienen wir gut." sagt Yu, als wäre nichts dabei.
Mir rinnt eine Träne die Wange hinab und ich muss lächeln. Und der Erste, der mich umarmt ist komischerweise Strify.     

3.10.07 02:27


13. Kapitel

~Shins Sicht~

"Uuuuuh... Ich wusste es... Ich habe es von Anfang an geahnt. Ha! Nina, du schuldest mir jeeeetzt fünf euro.", ruft Miyu und ich erschrecke mich, weil ich in Gedanken versunken war. Ich drehe mich um und sehe, das Strify Lara umarmt. Äh? Habe ich was verpasst?
"Strify liebt Laaaraaaa... Strify lieb Laaaraa.. ", kreischt Miyu über die Straße. Die Leute starren uns schon an...
"Sei still, ich liebe überhaupt niemanden. Ich bin ein Mensch, der nicht in der Lage ist, zu lieben. Das wäre voll uncool.", knirscht Strify und lässt Lara wieder los, guckt, rot wie eine Tomate, auf den Boden.
Ich hab ganz sicher was verpasst. Was soll's...
Als wir wieder in der Wohnung sind, setze ich mich auf meinen Sessel und starre in der Gegend herum, eben das, was ich seit Tagen auch mache. Das Ereignis auf dem Konzert in Magdeburg macht mich immer noch fertig. Ich habe das Gefühl, immer noch die Kralle von diesem Vieh an meinem Hals zu spüren. Mir wird schlecht. Ich schließe die Augen und versuche mich auf was anderes zu konzentrieren. Ganz gelingen will es mir aber nicht. Ich glaube nicht, dass ich für diesen Stern geschaffen bin. Nee... Ich bin so was von nicht mutig und so was von ein Versager. wenn mich schon dieses Erlebnis so mitnimmt, wie soll ich denn dann gegen andere, vielleicht noch schrecklichere Dämonen kämpfen? Oder gegen Geister? Oder gegen was weiß ich nicht noch alles...
Plötzlich spüre ich eine Hand auf meinem Knie und öffne die Augen. Vor mir auf dem Boden sitzt Miyu und guckt mich mit schiefgelegetem Kopf an.
"Äh?"
"Du kannst ruhig drüber reden.", lächelt sie mich an, "ich kann gut zuhören, auch wenn man mir das im ersten Moment nicht anmerkt."
"Ähm... Ich... Mir geht's gut.", lüge ich.  Eigentlich finde ich es ja total nett von dieser Miyu, mir helfen zu wollen. Aber ich weiß nicht, worüber ich genau reden soll. Ich weiß nicht, wie ich meine Gefühle in Worte fassen soll.
"Mhm... Okay.. Aber wenn du reden willt, ich bin für dich da.", sagt sie und legt ihren Kopf auf mein Bein. Erinnert mich irgendwie an einen treuen Hund.
...
Am Abend sitzen wir alle zusammen am Wohnzimmertisch, trinken pappige Cola und futtern den Süßgram. Lara scheint davon nicht gerade begeistert zu sein, aber sie sagt nichts. Merkwürdigerweise sitzen Lara und Strify nebeneinander. Wahrscheinlich ist das keine Absicht... Oder doch? Vielleicht macht das ihr Unterbewusstsein... Ich glaube, alle hier wissen, dass Srify und Lara irgendwie, irgendwas füreinander empfinden und ich meine damit keinen Hass... Eher positive Sachen... Jedenfalls spüren es alle... Nur Lara und Strify nicht. Egal...
"Wir müssen nun mal beraten, wie es weiter gehen wird. Also wenn ihr mich fragt... Sei mir nicht böse Shin... Aber du bist einfach nicht zu gebrauchen. Ich meine...", setzt Strify an.
Miyu wirft ihm einen vernichtenden Blick zu.
"Sei ruhig, Srify!", fährt sie ihn an. Wie süß. Sie verteidigt mich. Aber eigentlich... Ich bin der gleichen Meinung wie Strify. Ich bin zu nichts zu gebrauchen.
"Schon gut Miyu... Er hat recht. Ich... "
Nun werde ich mit einem vernichtenden Blick versehen.
"Denk.Das.Nicht.Mal.", sagt sie, "Ich weiß wie du dich fühlst. Aber das ist nicht so..."
Ich versteh zwar gerade nicht, was sie meint zu wissen, aber es ist trotzdem toll.
"Miyu hat recht. Shin ist der Auserwählte. Und er wäre nicht auserwählt worden, wenn er nicht der Richtige dafür wäre!", meint Nina und sieht von einem zum anderen.
"Genau!", pflichtet ihr Kiro bei und Luminor nickt. (Die beiden sind ja immer einer Meinung.)
"Ja... Ich schätze... Shin ist der Richtige dafür.", wirft Yu ein.
"Jap.", sagt Lara.
"Pff... Wenn ihr meint.", sagt Strify und ist beleidigt. Er dreht sich etwas weg und beteiligt sich von nun an nicht mehr am Gespräch.
Ich bin überrascht, dass alle (abgesehen von Strify) hinter mir stehen. Das macht mich gleich vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel stärker. Ich fühle mich gleich viel besser!!

3.10.07 03:04


14. Kapitel

~Kiros Sicht~

Jaah, so, da melde ich mich auch mal wieder zu Wort. Ich freue mich, dass es Shin ein kleines bisschen besser zu gehen scheint. Er ist gerade in sein Zimmer verschwunden. Er wollte etwas holen, das weiß ich noch. Aber was? In dem Moment ein gellender Schrei. Von Shin! Wenn man an ihn denkt, schreit er direkt los.
"Was ist los?" Sofort springen alle, bis auf Strify los und eilen zu seiner Zimmertür.
"Der Stern! Die Kette! Sie ist weg!" ruft er. Die erste gefühlvolle Gefühlsregung seit Tagen.
"Wer hat sie diesmal genommen?" frage ich. Alle gucken automatisch Strify an.
"Was guckt ihr mich alle an?" fragt dieser empört.
"Du bist neidisch, weil Shin der Auserwählte ist und du nicht! Und du denkst, dass diese Kette bei jedem wirkt, aber bei dieser Kette ist es wie mit den Zauberstäben bei Harry Potter: Sie sucht sich seinen Besitzer selbst aus. Und glaub mir, ich habe mich informiert." sagt Lara und versieht ihn mit einem 'Tja, da kannst du mal sehen.'-Blick. Auweia. Strify guckt sie wie vom Donner gerührt an.
"Was denkst du eigentlich, wer ich bin?"
"Hey, das ist nicht böse gemeint! Es ist nur, dass...", sie holt tief Luft, "die reine Anwesenheit von magischen oder mystischen Gegenständen die Menschen verändern kann. Es kann... Eigenschaften hervorrufen, die man nie vermutet hätte. Beispielsweise kann ein sonst sehr emotionaler und freundlicher Mensch durch den Einfluss von schwarzmagischen Gegenständen plötzlich total aggressiv und unausgeglichen werden. Oder er kann plötzlich fliegen oder hat Visionen oder oder oder. Die Auswirkungen von magischen Artefakten sind unterschiedlich. Außerdem kommt es dabei auch noch auf das Individuum an bla bla bla. Klar soweit?"
"Wie steht es mit dem Stern? Wo ist er hin?" fragt Miyu.
"Das steht nicht in Urgroßvaters Buch. Von daher: keine Ahnung!" sagt Lara achselzuckend.
"Toll. Da denkt man mal, du weißt alles und dann..." sage ich enttäuscht.
"Ich weiß nur wo es steht. Das ist der Trick."
"Wann hast du den Stern zuletzt gesehen?" fragt Luminor nun an Shin gewandt.
"Kurz bevor er ihn verloren hat, ist doch logisch." erwidert Yu und macht eine abwinkende Handbewegung.
"Und wie bekommen wir ihn zurück?" fragt Nina.
"Entweder wir suchen nicht und hoffen, dass er von allein zurück kommt oder ihr strengt eure Erbsenhirne an und sagt, wer diesen Stern wo zuletzt gesehen hat und wer ihn hatte." schlägt Lara vor und setzt sich wieder auf die Couch.
"Ich will Cola." sagt Strify und geht sich welche holen.
"Hat Kiro dir den Stern zurück gegeben?" fragt Luminor, der eine Eingebung hat.
"Ja. Ja, hat er.", sagt Shin, "und ich habe ihn immer bei mir. Aber heute... er lag auf der Fensterbank. Das Fenster ist geschlossen."
"Weggeflogen ist er schon mal nicht." schließe ich daraus.
"Weißt du es? Vielleicht... kann es sich entmaterialiseren und fliegt durchs Fenster in die weite Welt hinaus zu jemanden, der wirklich auserwählt ist." sagt Strify, der das Ganze irgendwie nicht mehr ernst zu nehmen scheint.
"Vielleicht hat es sich auch entmaterialisiert und in deine Hosentasche geschlichen." sagt Miyu mit einem Grinsen. Strify wirft ihr einen vernichteten Blick zu.
In dem Moment klingelt Laras Handy.
"Hallo? Hey! Jaah? Wie geil!!!!! Ich bin in Berlin, wo sonst? Kommst du her? Find ich gut!!! Endlich sehen wir uns mal wieder! Und du bringst... aaaach wie toll! Wie geht es ihnen? Ach, egal, sag nichts, die gucken alle schon doof! Danke, danke, danke! Du bist die Größte, ich liebe dich und ich stehe auf ewig in deiner Schuld, Süße! Bis morgen dann!" Strahlend legt Lara auf, springt jubelnd auf und springt im Kreis herum. Anscheinend sind wir ansteckend. Als sie bemerkt, dass wir sie alle sparsam beobachten, hört sie auf, räuspert sich und setzt sich.
"Wir sehen rosigen Zeiten entgegen." sagt sie geheimnisvoll. Ich wechsele einen fragenden Blick mit Nina, die genauso wenig zu wissen scheint, worum es geht. Beruhigend. Und ich dachte schon, ich wäre der einzig Unwissende in dieser Runde. Ich mag Nina irgendwie. Sie ist so anders als die Anderen. Und Lara... ist Lara. Ich maaaaaaaaaag sie. Aber nur als Freundin. Vielleicht wären wir beste Freunde! Aber ich denke davon werde ich nur träumen können. Immerhin hat sie sonst mit so "Leuten wie uns" nichts zu tun. Aber man weiß ja nie. Immerhin helfen sie uns. Sie sind toll. Ach, ich mag unsere Mädels. Ganz voll viel doll! Aber das wird nicht verraten! Jetzt warte ich erst mal ab, was morgen passiert, was Lara so in Euphorie versetzt.     

3.10.07 03:31


15. Kapitel

~Luminors Sicht~

Gähn. Und wieder ist ein Tag vergangen. Wir sitzen hier rum und langweilen und, wie immer. Lara ist gerade nicht da. Sie wollte sich mit jemanden treffen. Aber sie hat sich ja in eine Wolke aus Geiheimnis gehüllt.
Eigentlich sollten wir ja nach Shins Stern suchen, aber nachdem wir die Wohnung auseinander genommen haben, und sie jetzt noch schlimmer aussieht, als vorher, bevor wir sie aufgeräumt hatten, und nichts gefunden haben, haben wir aufgegeben. Strify hat übrigens nicht mitgeholfen. Er hat irgendwas zu verbergen, das merke ich doch. Ich sollte ihn mal zur Seite nehmen und mit ihm reden, schließlich bin ich der Älteste. Dann mal los. Aber eigentlich habe ich gar keine Lust. Aber ich sollte es wirklich tun. Oke, auf mit den müden Knochen und rein ins Gefecht.
"Strify, kann ich mal mit dir reden?", frage ich den missmutigen Strify, der auf dem einzigen freien Platz auf der Couch sitzt. Der Rest ist zugeschüttet mit... Müll.
"Wasn?", fragt er desinteressiert.
"Komm mit, hier ist es nicht gut, um zu reden.", sage ich und blicke mich um. Kiro stitzt auf dem Boden und guckt uns mit großen Augen an.
Ich packe Strify am Arm und ziehe ihn hinter mir her, in mein Zimmer.
"Was ist denn jetzt?", fragt Strify und er wirgt ein bisschen... nervös.
"Du... weißt wirklich nicht wo die Kette ist?", frage ich.
"Nö.", kommt es wie aus der Pistole geschossen.
"Strify?!", sage ich mahnend.
"Okayyy... Ich gebe es zu. Ich hab sie genommen... Aber ich habs doch nur gut gemeint. Eigentlich... wollt ich sie Lara unterschieben. Aber dann... hab ich sie vorher verloren.", gibt er zu.
Ich ziehe eine Augenbraue hoch.
"Du beklaust Shin, um... um es Lara unterzuschieben?", frage ich verwirrt.
"Jaaaa... Lara, kann doch viel besser mit Dämonen umgehen. Und Shin wäre schließlich beinahe umgebracht worden. Ich meinte es wirklich nur gut.", meint er, schaut auf den Boden und scharrt mit einen Fuß auf eben diesem.
Ich seufze. Das kann ja heiter werden.
"Und warum hast du es nicht schon längst gesagt?", frage ich mahnend.
"Weil... weil... Ach ich weiß auch nicht. Ich glaub... Ich wollte mich vor Lara nicht blamieren.", meint er leise. Mittlerweile gleicht er eher einer Tomate.
"Oke... Also... Wo hast du den Stern zuletzt gesehen?"
Strify zuckt mit den Achseln.
"Ich weiß nicht genau... Ich glaube... Ja, also ich war spazieren und... da muss ich es wohl verloren haben.", meint Strify schuldbewusst. Gerade erinnert er mich an einen kleinen Schuljungen, der dem Lehrer beichtet, dass er die Hausaufgaben nicht gemacht hat.
"Also... Ähm... Oke, wo bist du spazieren gegangen?", frage ich, denn irgendwie müssen wir den Stern ja zurück bekommen.
Wieder zuckt Strify mit den Schultern.
"Ich weiß nicht, ich bin halt so rumgelaufen.", meint er und starrt immer noch auf den Boden.
"Na ja, wie dem auch sei.... Wir müssen es den anderen sagen."
Strify schaut auf.
"WAS? NEIN!!! Das geht nicht, das ist ja mal so was von uncool.", sagt er.
"Klauen auch! Strify, ich glaube, du solltest was gegen deine Kleptomanie tun."
"Kle.. Bist du doof? Ich bin doch kein Kleptomane.", meint Strify beleidigt.
"Du hast Shin schon zum zweiten Mal bestohlen. Und das war ja wohl nicht das erste Mal."
Daraufhin sagt Strify nichts mehr.
"Gut, wir gehen es den anderen sagen. Und keine Angst: ich stehe hinter dir."
Damit gehen wir zu den anderen ins Wohnzimmer zurück. Miyu kramt in den Sachen von uns rum, anscheinend sucht sie immer noch nach der Kette.
"Leute, wir haben das Problem 'Stern' halbwegs gelöst.", sage ich in die Runde.
Kiro kommt sofort angehüpft und sieht uns neugierig an.
"Woooo ist er?", fragt er.
Auch die anderen wenden ihre Aufmerksamkeit uns zu... Nur Lara nicht, denn sie ist ja nicht da.
"Nun spuckts aus.", mein Yu, der sich nun irgendwo einen Platz auf dem Sofa freischaufelt.
Ich sehe Strify auffordernd an. Der guckt wiederrum nur auf den Boden und scharrt wieder mit dem Fuß.
"Strify du wollte...", weiter komme ich nicht, denn in diesem Moment wird die Tür aufgerissen... Unsere Haustür, meine ich natürlich.
Herein tritt ein Junge, etwa 18 Jahre alt, mit wasserstoffblonde Haare, in denen blaue Strähnchen sind. Erinnert mich doch fast an Miyu... Aber Sein Haarschnitt ist ganz anders. Er ist ganz schön blass.
"Ähm... Hi.", sagt er und guckt in die Runde.
"Ich... Also... Ich hab da so was gefunden... Und es hat mich zu euch geführt.", erklärt er. Ich finde das echt seltsam, die Geschichte.
Der Junge kramt in seiner Hosentasche und holt... Die Kette hervor...
Shin kreischt, springt auf den Jungen zu und reißt ihm die Kette aus der Hand.
"Meins, meins, meins, meeeeeiiiiiins!", ruft er.
Alle atmen auf, das ist zu hören. Aber am ehrleichtersten ist wohl Strify, weil er nun nicht sagen muss, dass er den Stern verloren hat. Aber ganz so einfach will ich ihn dann doch nicht davon kommen lassen. Ich werde mir wohl irgendwas einfallen lassen müssen. Schockterapie oder so. Sonst klaut er wieder...
"Ähm... Danke.", sagt Shin freudestrahlend zu dem Typen... Dieser bedenkt Shin mit einem seltsamen Blick. Mir ist das ganze nicht geheuer. Irgendwas kommt da doch wieder auf uns zu... Es riecht nach Abenteuer...
Der Typ sieht Shin von oben bis unten an. Shin bemerkt es nicht, denn er starrt freudestrahlend seinen Stern an.
Plötzlich bewegt sich der Junge ganz schnell auf Shin zu, steht plötzlich hinter ihm und... will ihm in den Hals beißen.
"Aaaaaah... Ein Vampir, ein Vampir. Macht ihn weeeeg... Macht ihn tooot.", schreit Miyu.
"Wehe du beißt meinen Freund.", schreit Kiro todesmutig.
Der Vampir lässt kurz von Shins Hals ab und guckt Kiro an.
"Ihr seit zusammen?", fragt er.
"Äh... Nee... Eigentlich nicht. Aber lass ihn los!"
Kiro geht auf die beiden zu, nein, eigentlich hüpft er auf ihn zu und sieht dabei ziemlich lächerlich aus. Wenn die Situation nicht so ernst wäre, würde ich lachen.
"Ich wiiiiiiill nich meheheher.", heult Shin los, als der Vampir wieder ansetzt, ihn zu beißen, "Ich will nicht immer das Opfer sein. Das ist gar nicht lustig... Mir reichts."
Shin schlägt dem Vampir mit dem Ellenbogen in den Magen, worauf dieser zu Boden geht.
"Ha!", schreit Shin und guckt den am Boden liegenden Vampir tiumphierend an.
In diesem Moment kommt... Lara. Und sie ist nicht alleine...

3.10.07 04:46


16. Kapitel

~Strifys Sicht~

Da ist sie ja wieder! Aber ich zeige meine Freude nicht. Denn ich bin ja nicht uncool. Also stehe ich wie ein Eisklotz da und gucke neugierig zu Lara und dem Gast.
"Leute, das ist Natascha oder auch Taschi genannt. Nina, Miyu, ihr kennt euch ja. Jungs, seid brav und sagt Hallo!" sagt sie. Dann fällt ihr Blick auf den menschlichen Körper am Boden.
"Sagt Hallo und dann sagt ihr mir, wer das ist und wieso er am Boden liegt." sagt sie verwundert und zieht eine Augenbraue hoch.
"Hey Taschi! Ich bin Kiro!" Kiro steigt über den Kopf des am Boden Liegenden und begrüßt Taschi. Der Rest folgt seinem guten Beispiel.
"So. Wer ist das?" fragt Lara erneut. Hätte sie ihn nicht vergessen können? Ich finde es blöd immer nur so halbe Antworten geben zu können. Und nicht so... tolle, perfekte.. wie sie es tut. Vielleicht bilde ich mir das aber auch nur ein.
"Das ist.. ein Vampir!" sagt Luminor mit Nachdruck.
"Ja und? Pflock, Knoblauch, Weihwasser und Kreuz her!" sagt Taschi, als wäre es das Normalste von der Welt. Der Vampir am Boden kreischt laut auf. Lara kniet sich neben ihn. Die anderen weichen einen Schritt zurück.
"Hallo?" fragt sie. Wenn dieser Vampir nicht vorhin Shin angegriffen hätte, hätte ich vermutlich gelacht. Aber auch nur ganz leise. So kann ich es mir locker verkneifen.
"ICH BIN NOCH NICHT BEREIT ZU STERBEN!!!!" schreit der Vampir uns alle plötzlich an. Und wir weichen noch einen Schritt zurück.
"Eine doofe Frage: du bist ein männlicher Vampir. Wieso beißt du keine Frauen?"
"Weil ihr Frauen genauso schmeckt wie Ratten: eklig!" sagt der Vampir. Er hat sich hingehockt und seine Beine angezogen. Ich habe mal gehört, dass diese Körperhaltung signalisiert, dass man am allerliebsten nicht da wäre, wo man ist. Niemand soll mich sehen, sozusagen. Aber das sage ich nicht. Denn klug sein - nein Danke! Streber sind soooo uncool.
"Also bist du schwul." stellt Nina fest. Der Vampir nickt schüchtern. Wie ein Häufchen Elend schaut er aus.
"Ist das verboten? -Nein!" sagt unser Vampir, der immer noch keinen Namen hat, trotzig.
"Wie heißt du?" fragt Miyu ihn. Sie ist mit Nina einen Schritt näher gegangen und wir verstecken uns hinter den beiden. Ein schwuler Vampir. Uaaah, ich glaube, ich sollte mich beerdigen lassen. Das halte ich im Kopf nicht aus!
"Mein Name ist Kayroke. Und ich bin ein schwuler Vampir."
"Das wussten wir schon, danke." sagt Yu, der wohl seine Sprache wiedergefunden hat. Nun geht er wieder einen Schritt vor und steht neben Nina. Aha, er spielt den Mutigen. Das kann ich auch.
"Und wieso willst du uns aussaugen?" frage ich mit hocherhobenem Haupt.
"Ich brauche Freunde! Spike hat mich verstoßen seitdem ich mich an ihn rangemacht habe."
"Spike????" fragen Lara, Taschi und Miyu erfreut im Chor.
"Du kennst Spike??? Unseren Spike-Bikey?" fragt Lara verzückt.
"Ehm.. jaah. Ich wusste nicht, dass er auch hierzulande bekannt ist.." sagt Kayroke verschüchtert.
"Nein, ist er nicht. England hat unter ihm gelitten aber Deutschland blieb verschont. Und in Amerika ist er unter den Insidern schon lange kein Geheimnis mehr." klärt Taschi uns alle auf.
"Und wieso suchst du ausgerechnet hier nach Freunden?" fragt Kiro neugierig.  
"Es war dieser Klunker. Wow, der hat Power, ich sags euch, ihr Häschen! Wer den bekommen hat, muss ein richtiger Herkules sein! Meine Artgenossen der bösen Sorte werden kein ruhiges Leben mehr haben! Wer von euch ist es?"
"Ehm.. der, den du beißen wolltest vielleicht?" fragt Luminor mit hochgezogener Augenbraue. Ich verstehe ihn. Er vertraut diesem dahergelaufenen Blutsauger auch nicht sofort wie ich. Und vermutlich der Rest. Bis auf die Weiber. Weiber! Meine Güte, ich glaube, es hackt! Können die nicht mal gehen?! Sie machen mich verrückt! Ich tick aus!!!!!!!!!!! Ich glaub, ich gehe. Ja, genau das tue ich. Ich haue einfach ab. Mir vertraut doch eh keiner mehr. Und ich finde bestimmt auch anderswo Freunde. Viel tolligere Freunde! Jaha! Daran glaube ich ... fest. Ja. Doch. Das tu ich. Und ich werde einfach gehen. Genau.. jetzt in diesem Augenblick. Und bevor noch jemand reagieren kann, bin ich in mein Zimmer, nehme die wichtigsten Sachen  (Handy, Haarspray etc., Klamotten und Geld) und gehe zur Tür hinaus. Und dass mich keiner davon abhält, bestätigt meine Theorie nur...  

3.10.07 05:06


17. Kapitel

~Shins Sicht~

Nun ist Strify also weg. Einfach weg. Und keiner hat ihn aufgehalten, als er gegangen ist. Warum eigentlich nicht? Also ich weiß von mir, dass ich noch ein bisschen sauer auf ihn war, weil - das klingt irgendwie kindisch, ist aber so - er nicht hinter mir stand... Aber mittlerweile vermiss ich ihn doch ganz schön. Ich hoffe, doch, dass er zurück kommt. Ich will, dass er zurück kommt. Der ist doch doof, mich hier alleine zu lassen. Tze.
Lara, Miyu, Kayroke, Nina und Taschi (oder Natascha - da blickt doch kein Mensch mehr durch!) sind noch hier. Taschi ist eigentlich ganz nett, aber sie neigt manchmal dazu, die Kontrolle über etwas an sich zu reißen. Und das, find ich grad nicht so lustig. Immerhin sind wir anderen auch noch da und wir helfen ja schließlich alle mit, wenn es um die Dämonenjagt geht - so mehr oder weniger.
Hab ich schon erwähnt, dass Strify noch nicht zurück und ich mir Sorgen mache? Wo ist der Kerl bloß? Die anderen machen sich nicht so viele Gedanken um ihn. Kann ich gar nicht verstehen. Vielleicht ist ihm was passiert! Vielleicht hat ihn ein Dämon aufgefressen oder schlimmeres. Ich darf gar nicht daran denken. Am besten ist, wenn ich mich ablenke und etwas spazieren gehe. Genau das tue ich jetzt. Unbemerkt von den anderen schleiche ich mich aus der Wohnung. Muss ja nicht sein, dass ich micht Fragen gelöchtert werde. Und ich will auch nicht, dass jemand mit geht. Ich mag jetzt alleine sein.
Mittlerweile ist es auch schon wieder dunkel geworden. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es jetzt 4 Tage, 12 Minuten und 57 Sekunden her ist, dass Strify verschwunden ist. Er könnte sich ja wenigstens mal melden. Ein Anruf würde doch genügen, um zu wissen, dass es ihm gut geht... Aber da liegt ja wieder das Problem: Vielleicht GEHT ES IHM NICHT GUT! Und keiner ist da, um ihm zu helfen... Was soll ich bloß machen?! Ich fühl mich so hilflos.
"Hey!", spricht mich plötzlich jemand von hinten an. Ich drehe mich um und sehe eine hässliche Frau. Also hässlich in dem Sinne ist sie nicht, aber ich finde sie nicht anziehend. Also sie ist nicht mein Geschmack. Ihr wisst schon, was ich meine. Im Moment stehe ich auf Mädchen, mit schwarzen Haaren und türkii... Ähm... Zurück zum Thema.
"Ja, hallo. Kann ich ihnen irgendwie helfen?", frage ich und habe das unglaublich starke Gefühl, dass ich diese Situation schon mal erlebt habe.
"Wennn du schon so fragst.. Du kannst mir tatsächlich helfen.", sagt sie in einem lasziven Tonfall. Ich ziehe eine Augenbraue hoch. Ich habe ja schon viele Mädchen kennen gelernt und einige davon haben auch mit mir geflirtet (meistens war ich aber zu blöd, das auch zu sehen.). Aber diese Frau macht es ja wirklich sehr offensichtlich, zumal sie sich nun auch noch über ihre viel zu roten Lippen leckt. Ich glaube, ich bekomme gleich einen Würgreiz. Ich will hier jetzt gerade nicht sein.
"Ähm... Nee, danke, ich habe kein Interesse.", meine ich, drehe mich um und will schon fluchtartig den Schauplatz dieser Szene verlassen, als diese alte Schnepfe mich festhält.
"Nicht so schnell mein Kleiner.", sagt sie und in diesem Moment sehe ich ihre spitzen Zähne... Ein Vampir. Na toll und ich bin hier alleine... Ich bin ALLEINEEEE.
Das Vieh will sich schon an mir vergreifen und mir mein kostbares Blut aussaugen, dass ich eventuel noch brauchen könnte, man weiß ja nie, als ich ihr spontan eine verpasse und davon renne. Irgendwo hin, hauptsache weg von diesem Vieh...
Aber so einfach, wie ich mir das gedacht habe, ist es wohl doch nicht. Der Vampir kommt mir hinterher, und sie ist verdammt noch mal viel schneller als ich. Kein Wunder, sie kann ja auch fliegen. Wieso kann ich das nicht? Das ist doch unfair. Mein Stern könnte sich jetzt auch mal einschalten und mir verraten, was ich tun soll. Ich finde das hier nämlich gar nicht lustig.
Die Vampirin fliegt über mich hinweg und landet direkt vor mir. Ich bleibe aprupt stehen. Nun sind wir also wieder am Anfang.
Das Vieh sieht mich wütend an. Sie hat jetzt auch irgendwie keine menschlichen Züge mehr. Sie sieht einfach nur noch grauenhafter aus, als vorher. Und eigentlich wäre das jetzt ein Grund, vor Angst schreiend zusammen zubrechen und zu heulen, wie ein kleines Kind, aber irgendwie scheint meine Angst abhanden gekommen zu sein. Ich muss sie wohl beim schnellen Laufen gerade verloren haben. Na ja, was solls.
Die Vampirin kommt auf mich zu. Ich brauche irgendwas, was ich ihr ins Herz rammen kann.
Instinktiv greife ich in meine Jackentasche und finde -tadadada - einen Pflog. Ich werde mich jetzt nicht fragen, wie eben dieser in meine Tasche gelangt ist, dazu habe ich später auch noch Zeit.
Gerade, als das Mistviech mit angreifen will, ramme ich ihr den Pflog mitten ins Herz. Sie schreit fürchterlich auf, zerfällt dann einfach zu Staub und wird vom Winde verweht. Tja, Pech gehabt. Sie hätte sich ja auch nicht mit mir, Shin der Dämonenjäger, anlegen müssen.
Ich glaube, ich habe nun neues Selbstvertrauen aufbauen können. Aber ich befürchte auch, dass, wenn ich das heute zu Hause erzählen werde, es mir keiner glauben wird. Na ja, was solls. Man kann ja nicht alles haben, im Leben.
Ich stecke den Pflog zurück in meine Tasche, wo ich ihn jetzt wohl immer verstauen werde, weil ohne so was gehe ich sicher nicht mehr ausser Haus...
Ich trete den Rückweg an, nicht, ohne mein Haupt ganz erhoben zu tragen. Ich sehe jetzt sicher etwas eingebildet aus, aber ihr müsst mich verstehen: Ich habe einen Vampir erledigt... Und das ganz alleine. Soll doch noch mal jemand sagen, dass ich es nicht schaffen kann... Und da sind sie auch wieder... Meine Gedanken an Strify. Augenblicklich lasse ich meinen Kopf wieder sinken... Der soll gefälligst zurück kommen, sonst könnte es passieren, dass ich wegen ihm noch heule, und ich heule nicht oft!

3.10.07 12:49


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