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32. Kapitel

~Strifys Sicht~
(Die Welt aus der Sicht einer menschlichen Ratte)

Ich.bin.eine.Ratte. Prima! Ich weiß voll nicht, wie das geschehen ist. Aaaah ich habe 'voll nicht' gedacht! Wie kann ich nur? Das ist nicht cool! Und ich mag diese Formulierung doch nicht! Ach, verdammt. Das Leben ist so gemein! Hätten die Anderen nicht gesagt, dass ich eine Ratte bin, hätte ich gedacht, ich wäre nur geschrumpft. Obwohl.. das würde meinen unnatürlichen Drang nach Käse nicht erklären. Es juckt mich. Habe ich nun auch noch Flöhe? Na, super! Lara ist auch weg! Und Yu ärgert mich! Ich zerkratze ihm gleich die Hand, wenn er nicht die Finger von mir lässt! Ha! Ich habe eine bessere Idee! Ich bin eine Ratte! Das heißt, ich habe Fähigkeiten, die ein Mensch nicht besitzt. Und die nutze ich nun mal! Schnell wie der Wind renne ich an die andere Seite des Tisches, springe auf das Stuhlkissen, verfehle es und aaaaaaaaaaah lande auf dem Teppich. Mist. Vielleicht bin ich doch noch menschlicher, als ich dachte. Schnell renne ich unter den Schrank.
"Strifüüüü, komm zurühück, Schätzelein!", flötet Yu. Soll er flöten wie er will. Blödie. Wie spät ist es eigentlich? Lara ist schon viel zu lange weg! Mein Zeitgefühl ist verschwunden. Ich weiß nicht, ob Ratten überhaupt so etwas wie Zeitgefühl besitzen. Ich denke, die Zeit vergeht doppelt so langsam, immerhin bin ich ja so klein. Oh nein.. da kommt eine andere Ratte. Hilfäää. Sie quatscht mich an!
"Hey du! Neu hier? Bist ne Hausratte, hab ich Recht? Mein Name ist Jacob!", labert sie. Oh nein.
"Ehm nein, genau genommen bin ich ein Mensch!", sage ich wahrheitsgemäß.
"Hahaha. Guter Witz, Kumpel! Los, hast du Hunger? Ich hab einen Geheimgang, da kommst du an all die Leckereien der Menschen ran! Voll geil! Kommste?" 
Mir ist diese Ratte zwar suspekt aber ich folge ihr. Und wenn ich wieder ein Mensch bin, verrate ich Andrew erst mal, wie die Ratten immer an die Vorräte gelangen. Oder ich lasse es, immerhin ist diese Ratte doch relativ nett. Sie führt mich wirklich zu dem Essen. Und ganz normal knabbert sie Papp-Verpackungen auf und gelangt an die Kekse.
"Los, bedien dich, Mann! Die lassen es nur verderben.", sagt Jacob und knabbert. Na, dann mal los. Guten Appetit! 
"So. Wir haben einen Wagen! Wir haben Geld, wir haben was zu essen! Wir haben Tierstreu.. wir sind versorgt!"
Die Stimme kenne ich! Laraaaa!!!
"Du, danke fürs Essen, aber ich muss los!", sage ich.
"Ist des deine Besitzerin?", fragt Jacob.
"So in etwa.", sage ich. Wenn ich noch mal damit anfange, dass ich ein Mensch bin, hält er mich am Ende noch für total bescheuert und vielleicht braucht ratte ihn noch mal.
"Okay... soll ich dir n Geheimweg in ihr Zimmer zeigen? Is kürzer und du musst nicht bei den ganzen anderen Wesen vorbei. Ist gesünder für deinen Schwanz und so...", sagt er. Da sehe ich, dass die Spitze seines Schwanzes fehlt. Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich folge ihm durch Rohre und Wege und komme dann in unserem Zimmer aus.
"Okay, dann viel Spaß im Käfig! Wenn du noch mal abhaust: findest mich in der Küche oder im Keller! Aber pass auf dich auf, Alter! Für ne Hausratte biste voll korrekt, Mann!" Damit haut Jacob ab und ich krabbele mal aufs Bett hinauf und bleibe dort liegen und warte. Kurze Zeit später kommt Lara hoch.
"Wie kommst du denn hierher???", fragt sie. Tja, würde ich dir ja gern erzählen, aber ich glaube, die Sprache der Ratten spricht kein Mensch.
"Ich hab mir Sorgen um dich gemacht! Und ich muss dir was sagen! Ich weiß, es ist dämlich und leider menschlich, dass man immer erst merkt, was man hat, wenn man dabei ist, alles zu verlieren, aber was soll ich tun?
Es tut mir Leid... ich glaube, ich habe dich niemals so behandelt, wie du es verdienst. Ich liebe dich, auch, wenn du es mir vielleicht nicht glaubst. Und ich würde es verstehen, wenn du dir eine andere, tollere Rattenfrau suchst, die dir das gibt, was du brauchst und verdienst. 
Aber du bedeutest mir sooo viel und ich würde diesen ganzen Scheiß nicht mehr mitmachen, wenn du nicht wärst. Ich will eine Zukunft für dich.. vielleicht auch für uns, das weiß ich nicht. 
Ich weiß, es sind deine.. okay, unsere Freunde und..
Ich weiß nur nicht mehr weiter.. Ich kann nicht mehr! Ich bin grenzenlos überfordert! Ich habe keine Ahnung, wie ich das alles managen soll.. ich kann mich nicht um euch alle kümmern! Ich will euch helfen, euch retten, aber das kann ich nicht... 
Und jetzt... bist du eine Ratte! Und als solche passe ich voll viel doll gut auf dich auf, so gut es eben geht.
Und wenn ich tot bin, schaue ich von oben auf dich herab und löse nachts deinen Schutzengel ab. Denn du musst einen haben. Menschen wie du verdienen einen. Oder eben Ratten." Während sie sprach, füllten sich ihre Augen mit Tränen. Was tut man nun als Ratte? Ich bin überfordert und krabbele einfach an ihr hoch und setze mich auf ihre Schulter. Als würde ich mir eine Andere suchen! Pfff... hätte sie wohl gerne. Ich würde gerne was sagen, aber ich denke, meine Antwort wird wohl noch auf sich warten lassen müssen...   

27.10.07 16:21
 


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